02.08.2015 Toller Saisonauftakt mit Sieg in Hausen

Kreisliga Rhön

TSV Hausen – TSV Bad Königshofen 1:4 (0:2)

Dem Aufsteiger TSV Hausen weht in dieser Saison wohl ein anderer Wind ins Gesicht. Er wird aber auch leichtere Gegner als diesen bekommen. Und der TSV Bad Königshofen scheint auf einem guten Weg zu sein, wenngleich noch andere Kaliber auf ihn warten. Diese beiden Erkenntnisse blieben nach einem erst in der zweiten Halbzeit etwas spannenderen Saisonauftakt in Hausen. Die geschätzten gut 250 Zuschauer waren mit ihrer Aufstiegseuphorie nämlich ebenso schnell auf den Boden der Tatsachen zurück geholt wie die Mannschaft von Trainer Harald Eichhorn. Der Sekundenzeiger hatte noch keine zwei Umdrehungen fertig, da ging Bad Königshofens Freddy Werner in ein Hin- und-Her-Geschiebe der Gastgeber, mit dem Ball auf und davon und überwand Keeper Xaver Trabert aus spitzem Winkel zum 0:1. Und nach sechs Minuten stand es schon 0:2, als Ferdinand Heusinger einen scharfen Lockner-Freistoß unhaltbar umgelenkt hatte.

 

Vor drei Jahren trennten beide Vereine noch drei Klassen. Bis hierher war ein Ein-Klassenunterschied jedenfalls bemerkbar: Ein Auftakt nach Maß der hellwachen Gäste, ein klassischer Fehlstart der Gastgeber, die auch im weiteren Spielverlauf bis zur Pause den Eindruck vermittelten, dass sie noch nicht angekommen sind in der neuen Klasse. Dabei hatten Werner, Lockner und Heusinger genau das getan, wofür man sie in dieser Liga kennt. Nach so kurzer Zeit mit minimalem Aufwand also eine komfortable Basis für die Elf des Trainerduos Sarwanidi/Tüchert, die sie sich erst im Nachhinein durch ihr behutsam und mit sicheren Kombinationen aufgebautes Spiel verdienten. Während die Rhöner im ersten Durchgang nahezu ohne Mittelfeld spielten und viel zu früh mit langen Bällen schon vom eigenen Strafraum aus den Weg in die Spitze suchten. Mit der Folge, dass sie bis zur Pause zu keiner einzigen Chance kamen.

Die Königshöfer setzten ihr Spiel nach vorne fort und hatten hinten alles im Griff. Hätte Tobias Saam auch die dritte Chance ähnlich effektiv verwertet, der Winkel wurde aber doch zu spitz, um das leere Tor zu treffen, dann wäre die Luft wohl raus gewesen. So aber schien es, dass sich die Gäste nur selber besiegen können, wenn sie in ihrer Konzentration nachlassen oder zu früh zu viel investiert hätten. Vom Anpfiff nach der Pause an kam dann aber vorübergehend Spannung ins Spiel. Zunächst waren Stefan und Sebastian Hautzinger (46.) bei einer Doppelchance doch zu sehr überrascht. Unkonzentriert war beim 1:2-Anschlusstreffer (50.) allerdings nicht die Hintermannschaft der Grabfelder, sondern der sonst sehr gut leitende Schiedsrichter, der ein glasklares Abseits des Torschützen Sebastian Jackisch nicht erkannte.

Prompt zeigten die Einheimischen eine ganz andere Körpersprache und das Spiel drohte vorübergehend zu kippen. Aber die KÖN-er haben ja eine Freddy Werner. Der, auch hier wurde Abseits reklamiert, wurde mit einem Diagonalball Richtung Tor geschickt, ließ sich erst durch den Torwart fast zu weit abdrängen, behielt aber die Ruhe und den Ball, spielte nicht nur den Keeper aus, sondern auch die zwei nachgerückten Verteidiger und suchte sich die Lücke zum 1:3. Entschieden, das deutete die Eichhorn-Truppe an, war damit aber noch nichts. Mit den eingewechselten Sebastian Jackisch, Stefan Hautzinger und Kevin Ewald war nämlich wesentlich mehr Struktur im Spiel als vorher, weshalb unter den Zuschauern sehr wohl die Startaufstellung diskutiert wurde. „Die sind auch nicht beim Training“, gab Ralf Paul vom TSV zu bedenken. Urlaub und Verletzungen seien die Gründe gewesen, „das Luxusproblem, das wir zum Glück jetzt haben, so zu lösen.“

Tobias Saam vergab die Chance, das Häkchen unter den Auswärtssieg zu setzen, als er einen Handelfmeter (73.) an den Pfosten setzte. Prompt lag das 2:3 in der Luft, klärte aber Keeper Simon Kürschner mit tollem Reflex per Fußabwehr, als für Sebastian Hautzinger von seinem Bruder Stefan die 1-gegen-1-Situation aufbereitet worden war. Dafür korrigierte Saam seinen Elfer-Lapsus schon fünf Minuten später, indem er Freddy Werners Vorlage zum 1:4 einnetzte und den Deckel auf den ersten Saisonsieg setzte. „Wir haben die ersten fünf Minuten total verschlafen, waren vielleicht auch zu nervös“, befand Ralf Paul. „Danach fand ich das Spiel eigentlich ziemlich ausgeglichen. Königshofen hat halt die Tore gemacht und wir haben deren Fehler nicht bestraft, wie sie es mit unseren gemacht haben.“ Und Alexander Sarwanidi: „Wir waren von Anfang an hellwach und ungeheuer effektiv. Was danach kam, na ja, spielerisch waren wir in den Vorbereitungsspielen schon etwas besser. Simon Kürschner hat uns einige Male gerettet. Ich bin insgesamt aber doch sehr zufrieden.“

TSV Hausen: Trabert – Bergmann S., Jackisch C., Orf M., Zirk – Schlusche, Schwarz – Hauck, Reinhart, Hautzinger J. - Hautzinger Seb. Rückwechselspieler: Jackisch S., Hautzinger St., Ewald.

TSV Bad Königshofen: Kürschner – Deuerling, Lockner, Schmitt, Kuhn – Zirkelbach, Heusinger M. - Wüscher, Heusinger F., Saam – Werner. Rückwechselspieler: Erlanov, Schulz, Schüller.

Tore: 0:1 Werner (2.), 0:2 F. Heusinger (6.), 1:2 S. Jackisch (50.), 1:3 Werner (64.), 1:4 Saam (78.)

Besondere Vorkommnisse: Saam schießt Handelfmeter an den Pfosten (73.)

Schiedsrichter: Hobelsberger

Zuschauer: 250